Keine lieben Kätzchen – Kemetische Katzengottheiten

Dass die Vorgänger unserer Hauskatze im alten Ägypten zeitweise ein hohes Ansehen genossen, ist allgemein bekannt. Vor allem die katzengestaltige Göttin Bastet ist Vielen ein Begriff. Auch der Sonnengott Re selbst wird oft als “der große Kater” bezeichnet.

Camera2-2014-11-09-13-34-28Es gab aber noch viele weitere, teilweise bedeutende Katzen- und Raubkatzengottheiten, die freilich, wie in Ägypten üblich, oft in Synkretismen miteinander verbunden waren, teilweise auch zeitweise zusammengeführt oder assimiliert wurden. Auf diese teilweise recht komplizierten Synkretismen wollen wir hier aber nicht näher eingehen sondern wenden uns den Gottheiten im Einzelnen zu, soweit sie bekannt sind. Ich möchte nicht nur die Bekanntesten dieser Gottheiten auflisten sondern auch meine Eindrücke sowie die von verschiedenen „Reisenden“ wiedergeben, die sich mit ihnen beschäftigt haben.

Beginnen wir mit der Bekanntesten, Bastet, die in der Frühzeit noch als Löwin dargestellt wird, dann jedoch als sitzende Katze oder Menschenfrau mit Katzenkopf.

 

„…Worte zu sprechen von Bastet, der Großen, der Herrin von Bubastis, dem Auge des Re, die in Behedet weilt, die auf dem Thron sitzt, die die Feinde tötet, die die von den Göttern geschützt wird…“

Bastet hat eine enge Verbindung zu Sachmet, als deren sanfte Seite sie manchmal bezeichnet wird. Trotzdem ist auch die Bastet ein „Sonnenauge des Re“, das ihren Vater, den Sonnengott beschützt. Es überwiegen aber eindeutig ihre schützenden Seiten, vor allem dem Schutz der Schwangeren und Kinder scheint sie zugetan. Bast gilt aber auch als eine Göttin der Freude, der Feste, der Musik und des Tanzes und möglicherweise der Trunkenheit, jedenfalls spielte selbige in einem bekannten Fest zu Ehren Bastets, dem Bubasteia, eine nicht unwesentliche Rolle.

>>>[Sie wirkt wie eine abgeklärte alte Kätzin auf mich. Sie ist schwarz, sehr groß und hat grüne Augen. Auf der Brust hat sie einen weißen ovalen Fleck. Ich muss an einen Skarabäus denken, es ist aber keiner. Ich begegne ihr auf einem felsigen Hochplateau wo ein offener Tempel steht mit vielen Säulengängen. Sie leckt mir mit ihrer rauen Katzenzunge übers Gesicht zur Begrüßung und führt mich dann in den Tempel. Überall springen Katzen rum, junge, ältere, sie gibt mir zu verstehen, dass das alles ihre Kinder sind. Die Katzen sind aber nicht einfach nur Katzen, manche von ihnen fühlen sich menschlich an, obwohl sie Katzengestalt haben. Als würden sich hier die katzenartigen Seelen von verschiedenen Menschen aufhalten. Sie legt sich auf den Steinboden in einen Sonnenstrahl und ich lege mich zu ihr. Sie ist ungefähr so groß wie ich, also weit größer als eine normale Katze. Ich darf mein Gesicht in ihrem weichen Bauchfell begraben. Ihre großen hellgrünen Augen schauen sehr aufmerksam umher, sie scheint trotz ihrer vordergründigen Passivität alles unter Kontrolle zu haben. Sie schützt ihre Familie. Dann sitzt sie mir plötzlich gegenüber. Sie leckt wieder mein Gesicht und umschmeichelt mit ihrem großen Kopf meinen. Ihre Schnurrbarthaare kitzeln und ihre sanften Bewegungen wirken plötzlich sehr erotisierend auf mich. Ich komme fast in eine Art Rauschzustand und merke wie ich immer stärker von ihr angezogen werde und Schwierigkeiten habe zurückzukehren. Schließlich löst sie sanft die Verbindung und lässt mich gehen.]<<< -Sati

>>>[Meine erste Begegnung mit Bastet war nicht informativ aber einprägsam. Es war weniger eine visuelle Erfahrung als eine emotionale: Eine Umarmung und eine Berührung die mich, mit Verlaub, tief erschütterte in ihrer beruhigenden, beschützenden und ein bisschen augenzwinkernden Liebenswürdigkeit.]<<< -Chao

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Weniger bekannt sind die alte Panthergottheit Abi, zunächst ein Himmelspanther als Totengöttin in der Duat, später zunehmend eine Schutzgöttin.

 

 

 

 

„…Abis Krallen ruhen auf der Brust des Verstorbenen, um ihn im Jenseits vor bösen Mächten zu schützen…“

>>>[Bei einer Reise nahm ich sie wechselnd als schwarze Katze, junge Schönheit und als ältere, dunkelhäutige Frau wahr. Ihr Wesen war sehr vereinnahmend, und als ich kurz abgelenkt war hieb sie mir sofort mit den Krallen über die Wange, bis ich wieder da war. Ich nahm sie als sehr kriegerisch wahr, als Göttin die über verbrannte Erde wandelt und Verwundete mit Wasser labt. Also auch einen trostspendenden Aspekt.]<<< -Monja

>>>[Himmelspanther und Totengöttin ist ja auch durchaus ambivalent. Die verbrannte Erde hört sich stark nach der Duat an.]<<< -Chao

>>>[Ich habe irgendwie auch Menschenopfer dort gesehen, wobei ich eher glaube, dass sie selbst es war, die geopfert wurde, oder sich opferte.]<<< -Monja

Camera2-2015-05-22-21-07-16Auch Kenmet ist ein Totengott, ein Leopardengott der in einem dauerhaften Kampf mit dem (göttlichen) Pavian steht, den er von anderen Göttern festhält.

 

„…Kenmet ist der Leopard, der in der Balsamierungshalle die Götter vor dem Pavian schützt…“

 

 

>>>[Kenmet wirkt auf mich sehr ambivalent, der Kampfaspekt hat etwas Rituelles und Zyklisches; eine rituelle Notwendigkeit scheint in seinem dauerhaften Kampf zu liegen.]<<< -Chao

mafdetMafdet wiederum ist populärer. Auch sie ist eine Pantherkatze und eine Beschützerin, aber mit hervorgehoben grausamen Zügen.

„…die Herrin des Lebenshauses, die Vernichterin feindlicher Schlangen und Beschützerin…“

Sie frisst die Köpfe der hingerichteten Verbrecher, sie ist „Mafdet mit dem Messer in der Hand“ und sie reißt Apophis das Herz heraus. Durch die Vielzahl ihrer Schutzfunktionen war Mafdet eine der idealen Beschützerinnen des Horus oder des Königs, eine seltener erwähnte Throngöttin.

>>>[Ich habe Mafdet als große Raubkatze gesehen, zunächst wie ein Gepard, dann eher wie ein Leopard. Sie hat mich zurechtgewiesen, nicht die Trommel sondern die Schellen zu benutzen, um sie zu rufen und mir gesagt, dass sie „die ist, die dem Leben nimmt, und dem Tod gibt“. Als ich nahe bei ihr war, hat sie sich in eine Frauengestalt mit nacktem Oberkörper und einem gefleckten Tierfell als Gürtel verwandelt. Als sie die krallenbewehrte Hand hob, entströmten ihr eine Unmenge schwarzer Fliegen, die den Raum füllten. Dann nahm sie mich mit, wie eine dunkler und dunkler werdende Höhle hinab.]<<< -Iffi

>>>[Dann hat sie dich vermutlich mit in die Duat genommen]<<< -Chao

>>>[Es war so dunkel, dass ich nur noch ihre Augen glühen sah. Ich musste etwas für sie tun, einen Toten ein Stück tragen in einer sehr merkwürdigen Umgebung, wie dunkles Leuchten, die Mitte einer Flamme. Anscheinend war es wichtig, dass er nicht mehr blutet. Dann sollte ich ihn liegenlassen, er könne nun alleine weiter.]<<< -Iffi

>>>[Klingt wie ein symbolischer Psychopompos mit Mafdet, die Hilfe für einen Verstorbenen in der Duat.]<<< -Chao

mafed

Leicht mit Mafdet zu verwechseln ist die männliche Gottheit Mafed. Auch er ist ein Totengott, der in der Duat Wege für die Verstorbenen erschließt. Er gilt als „der Kater“.

„…der Kater, der in der Duat die Wege für die Verstorbenen erschließt…“

>>>[Ich habe ihn tief unten in der Dunkelheit gefunden. Ein Drache umkreiste ihn und mich. Mafed ließ mich zusehen, wie er andere auseinander nahm und neu zusammensetzte. Er zerfleischte und zerstückelte in einer blutigen Kompromisslosigkeit. In seiner Gegenwart heißt es, auf der Hut zu sein.]<<< -Tante Anita

Mahes ist eine männliche, vor allem im Delta verehrte, Löwengottheit, der „wildblickende Löwe“.

“…Worte zu sprechen von Mahes, dem Sohn der Bastet im Gefilde von Netjerit, dem Löwen mit großer Kraft, der die Feinde fällt und vom großen Thron fern hält. Der Blitzende und Donnernde, der Herr des Dunkels und der Winde…“

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Maahes Bronze Statue, Ptolemäische Periode, (664 – 30 v. Chr.)

 

Er wird als Mensch mit Löwenkopf dargestellt, oft mit Messern in den Pranken, was seinen kriegerischen Charakter noch verstärkt. Als Löwe wird er gerne dargestellt, wie er einen Gefangenen von hinten anfällt und verschlingt, als „Herr des Gemetzels“ der sich über Blut freut. Er galt als Sohn der Bastet.

>>>[Mir hat er sich als großer, schwarzer Panther gezeigt. Er wanderte durch die Dünen und knurrte und brüllte die Sonne an. Außer ihm waren nur Dünen, Sonne, Himmel. Und als er mich ansah, traten glühende Bäche unter seinen Tatzen hervor, die dann zu richtigen Lavaflüssen wurden, bis schließlich nichts außer ihm und Lavaseen war]<<< -Anufa

 

 

Ähnlich unangenehm konnte Mehit werden.

„…Worte zu sprechen von Mehit, dem Auge des Re, der Gebieterin von Tjar, der Starken in der Stätte des Erstechens…“

Als alte, prädynastische Gottheit wird sie als ruhende Löwin mit drei-vier Stangen auf dem Rücken dargestellt. Erst später erscheint sie als löwenköpfige Menschenfrau. Mehit war Anhor und Onuris als Gattin zugetan; beiden steht sie als Kämpferin zur Seite, so wie sie auch mit der Uräusschlange als Beschützerin des Re verglichen wird. Interessant ist der Mythos, in dem Onuris die Mehit aus Nubien sozusagen importiert, indem er sie dort jagt, befriedet und „heim“ führt. Er wird dort auch als „Der die Ferne zurückbringt“ beschrieben.

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Sehr ähnlich und daher nicht nur durch den Namen leicht zu verwechseln ist Menhit.

Bei ihr scheint der Vergleich mit der Uräusschlange noch prägender zu sein, auch wird sie gelegentlich nur als Frau mit Uräusschlange auf dem Haupt dargestellt. Menhit bedeutet „Die Schlächterin“, dem Kampf zugetanen Königen wie Sethos I. scheint sie wichtig gewesen zu sein.

 

 

>>>[Ich habe über Menhit einen Falken mit einem Stab gesehen. Obwohl sie total unbeweglich wirkte, sagte sie mir, dass sie „Bewegung“ sei, und Wasser und Luft. Zuerst war sie Löwin mit scharfen Gesichtszügen, dann Frau mit getrennten Gesichtszügen, dunkel und hell. Sie nannte sich auch Bewegung des Kreises und stieß mir ihre Krallen in die Brust. Mein Blut wurde von einer Dienerin mit Schale aufgefangen. Das Leben floss aus mir heraus, bis eine Schlange die Wunde mit einem Biss verschloss.]<<< -Iffi

Pachet ist „die Kratzende“ oder „die Zerreißende“.

„…die mit spitzen Krallen, die große Flamme, die die Beute in der Dunkelheit ergreift. Die inmitten des heiligen Ortes ist…“

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Einige Darstellungen zeigen sie auch als Pavian, ebenfalls ein Tier, das als sehr aggressiv und kämpferisch galt und auch nicht selten in einem ambivalenten Verhältnis zum Panther/Leoparden stand.

Die Aggressivität dieser Göttin kommt auch in anderen ihrer zahllosen Beinamen zum Ausdruck, sie ist diejenige, die dem Feind Entsetzen einflößt; „die Göttin mit den scharfen Augen und spitzen Krallen, die des Nachts Nahrung beschafft“, aber auch die „Göttin am Eingang des Wadi“ und „Herrin der Wüste, die inmitten der östlichen Wüste haust“.

 

 

>>>[Ich bin über verwinkelte Pfade in einen dunklen Tempel und zu Pachet gekommen. Sie lag als schwarze Katze mit einem roten Halsband auf einem goldenen Thron und erst als sie es erlaubte, konnten mein Verbündeter und ich uns ihr nähern. Mir hat sie nach anfänglicher Skepsis gesagt, dass sie eine Wächterin der Sterbenden und der Toten sei, dass sie den Toten mitgegeben werde, dass sie darauf achtet dass eine Wohnstatt der Toten auch eine Wohnstatt der Toten bleibe und dass dieser Tempel das Abbild einer Wohnstatt der Toten sei. Pachet verwandelte sich auch in eine Frau, die viel roten Schmuck trug und zeigte mir noch Einzelheiten in diesem Tempel. Als Gegenleistung für die von ihr erhaltenen Informationen gab sie mir eine Aufgabe.]<<< -Lyone

Repit ist eine löwenköpfige Göttin, die erst in späterer Zeit autonom erwähnt wird, vormals wird sie mit Hathor und Isis in Verbindung gebracht, verschmilzt in der Bedeutung und Anbetung aber auch oft mit Sachmet und Aperetiset. Repit ist auch ein Ehrentitel, er bedeutet „Vornehme Frau“.

>>>[Mir erschien eine schlanke, schwarze Katze, die aus Dunkelheit besteht. Und eine Höhle mit einem „katzenartigen“ Eingang, die als Refugium für erschöpfte, zerrissene und fragile Schattenwesen dient, ein warmer, trockener und behaglicher Rückzugsort. Repit erschien ohne Pomp, schwarz, dünn und seidenzart. Fürsorglich beschützt und versorgt sie die Schatten in dieser Höhle, die mehr eine Passage als ein Saal ist. Weiter ließ sie mich jedoch nicht gehen.]<<< -Syba Sukkub

>>>[Ich habe Repit am Nil getroffen. Eine Katze hat mich abgeholt. Die Göttin blieb zunächst im Hintergrund und wurde erst zugänglicher, nachdem ich ihr als Opfer etwas geräuchert hatte. Ihre Form war nicht stabil, aber meist überdurchschnittlich groß, erst nach und nach wurde sie zur Löwin. Auf meine Fragen hin wechselte sie mit mir zu einer Oase, wo sie mir Bäume zeigte, die und deren Früchte anscheinend für Repit wichtig sind. Zeitweise verwandelte sie sich in ein Krokodil, offenbar um mir zu zeigen, dass diese wichtig für sie sind. In der Oase hat sie mir auch ein Pärchen beim Sex gezeigt. Auch das schien wichtig zu sein. Es hatte etwas mit Befruchtung und Beseelung zu tun, der Akt war ansonsten eher emotionslos. ]<<< -James Vermont

>>>[Der Schatten, Schut, ist nach kemetischer Ansicht ein Teil der Seelematrix. Wie andere Seelenaspekte („Teile“) geht idealerweise auch der Schut ins Totenreich um sich mit dem Ba zu vereinen. Vielleicht war es ja das. Die Fürsorglichkeit dieser Göttinnen für die Toten ist jedenfalls typisch.]<<< -Chao

Ruti ist ebenfalls ein löwenköpfiger Gott, der oft als zwei Löwen abgebildet wird, als Doppellöwe.

„…auf dessen Rücken die Sonne aufgeht…“

PicsArt_1432323111504Ruti ist insbesondere eine im Totenreich wichtige Gottheit. Er gehört zu den beisitzenden Richtern im Totengericht, hat aber auch mit den Ba-Seelen der Verstorbenen und ihrer Ernährung zu tun.

 

 

 

 

 

>>>[Ruti ist mir als alter, behäbiger Löwe in der Wüste begegnet. Er saß neben einem Tor, in das ich nicht eintreten durfte. Was mir auffiel, war sein stechender durchdringender Blick, seine Augen sind ungewöhnlich blau. Er starrte mich nur an. Eine ganze Weile. Dann näherte er sich mir, stellte sich auf die Hinterpfoten und legte seine Vorderpfoten auf meine Schultern. Er war sehr schwer, aber ich empfand keine Bedrohung. Wieder starrte er mich an und blickt mir in die Augen, als wollte er in mich hineinsehen. Jetzt spürte ich Wohlwollen und er machte den Weg frei, dass ich in die Höhle eintreten konnte. Sie scheint in die Duat zu führen. Ich entschied mich aber trotzdem jetzt zurückzukehren.]<<< -Sati

>>>[Ich sah einen prächtigen Löwen aber verwirrenderweise immer wieder auch einen Leoparden. Einen Tempel mit sehr dominanten Säulen. Ich fühlte mich in dieser Atmosphäre nicht wohl, es war stickig und beklemmend und ich wollte am liebsten wieder weg.]<<< -Mandy

Eine sehr bekannte und dominante Löwengöttin ist Sachmet. Ihr Name bedeutet „die Mächtige“, sie ist die Herrin des Zitterns, eine Göttin des Krieges die Macht über Krankheiten und Seuchen hat.

„…deren Pfeil nicht verfehlt. Sachmet, die Macht hat über eine Millionen Gegner…“

PicsArt_1432323407116Wie einige andere vergleichbare Löwinnen gilt auch sie als eine Beschützerin des Königs und Vernichterin seiner Feinde.
Im Kult bedeutsam scheint aber vor allem auch der Heilaspekt gewesen zu sein. Heiler und Ärzte sind des Öfteren auch als Sachmet-Priester belegt. Überhaupt scheint die Popularität der Sachmet zeitweise auch damit zu tun haben, dass man sie sicherheitshalber besänftigte um Seuchen fernzuhalten.

Im Mythos zeigt sich ihre erbarmungslose Kampfeswut auch in der Geschichte, in der sie als Sonnenauge des Re die verräterische Menschheit bestrafen soll. Dabei vernichtet die Löwengöttin wie rasend alle Lebewesen und kann nur durch einen Trick der anderen Götter besänftigt werden, nämlich indem sie Bier rot färben, so dass es aussieht wie Blut, woraufhin sie sozusagen durch Trunkenheit besänftigt wird.

 

 

 

>>>[Meine erste Begegnung mit Sachmet hatte ich im der Ägyptischen Sammlung in München. Damals war die Ausstellung noch in der Residenz es war alles furchtbar eng und sie stand etwas unwürdig an der Wand in einem Durchgang. Ich ging an ihr vorbei und wollte in den anderen Raum, als ich plötzlich magisch von ihr angezogen wurde und stehen blieb. Ich sah sie an und hatte das dringende Bedürfnis zu anzufassen. Das war natürlich nicht erlaubt und ich hatte Sorge ich würde den Alarm auslösen, aber ich konnte nicht anders und berührte sie an der Schulter. Es fühlte sich an, als würde ich an einen Elektrozaun fassen, mich durchführ ein Zittern im ganzen Körper. Der Alarm ging zum Glück nicht los.]<<< -Sati

Schesemu ist ein oft als löwenköpfig (manchmal auch widderköpfig) dargestellter Gott, der Herr der Parfüm, -Salben, -Myrrhe, -Wein -und Salbenherstellung. Auch als ein Gott der Balsamierung wird er genannt.

„…er ist Schesemu, der sie für Unas zerstückelt und ein Mahl kocht für ihn aus Ihnen…“

PicsArt_1432323528111Wenn man weiß, wie wichtig diese Bereiche für die ägyptische Kultpraxis waren, erkennt man in Schesemu einen durchaus wichtigen Gott. Eine starke Ambivalenz zu diesen Bereichen ist die Schilderung Schesemus als (wohlgesinnter) Unterweltsdämon und Folterknecht des Osiris. Wie meist bei ägyptischen „Dämonen“ (die auf ägyptisch genauso „netjer“ genannt wurden wie die Götter) hat auch hier der Begriff keinen Bezug zu einer bösartigen Gesinnung, Dämonen sind sehr oft einfach nur niedere Gottheiten oder Wesenheiten, die vor allem in der Duat präsent sind.
Eine interessante Überlieferung, auch im schamanistischen Sinne, schildert Schesemu als einen Dämon, der andere Götter schlachtet und in einem Kessel kocht. Was damit vermutlich verdeutlicht wird, ist der Akt in dem Schesemu die magischen und göttlichen Fähigkeiten der Götter (für den König) destilliert und kocht.

>>>[Ich habe ihn als Löwen in einem Buschland oder einer Savanne getroffen. Anschließend war ich in einem Gangsystem, überall mit Keilschrift an den Wänden. Am Ende dann in einem fensterlosen Raum, auch dieser über und über mit Schriftzeichen bedeckt. In dem Rahm war dann Schesemu und fragte mich was ich wolle, woraufhin ich mich lieber verdrückt habe.]<<< -Mandy

>>>[Ja, so eine Begegnung kann durchaus eindrucksvoll sein.]<<< -Chao

>>>[An einige der Schriftzeichen kann ich mich noch erinnern, Anubis in priesterlicher Gebetshaltung, ein Boot und eine liegende Mondsichel.]<<< -Mandy

Eine uralte Göttin ist Tefnut, dargestellt als menschengestaltig mit Löwenkopf.

„…Wenn Re den Himmel jeden Morgen durchfährt, dann ruht Tefnut auf seinem Haupt und sendet ihren Feuerhauch gegen seine Feinde…“

PicsArt_1432323577234Im Schöpfungsmythos ist sie eine der ältesten Entitäten und steht auch für die Wahrheit. Sie geht zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Schu aus dem Schöpfergott Atum hervor und stellt damit eine sehr archaische Kraft dar, vielleicht eine Art Urfrau, die auch immer wieder mit anderen katzen- oder löwengestaltigen Göttinnen verschmilzt.

Bekannt ist beispielsweise die Verschmelzung mit Sachmet und Bastet, durch die Inschrift „Als Sachmet ist sie zornig, als Bastet fröhlich.”
Obwohl sie löwenköpfig dargestellt wird, wird sie eher als nubische Katze beschrieben, erst im Zorn wird sie zur „wilden Löwin“. Sie stellt auch die Uräusschlange dar und selbstverständlich ist sie ein Sonnenauge des Re.

 

 

 

 

>>>[Tefnut hat mich an eine alte, einsame Berglöwin erinnert, kein Rudeltier jedenfalls. Dann wie eine Frau mit entblößten Brüsten und Löwenkopf. Ich nahm sie schwebend über einer weiten ruhigen Wasseroberfläche war. Um sie herum der aufsteigende Dunst des Wassers im Morgenlicht der Sonne vor strahlend blauem Himmel. Ihr Unterkörper war nicht zu sehen, er war wie gläsern und schien sich in dem Dunst aufzulösen. Sie schien den ganzen Luftraum auszufüllen. Sie wendete sich mit geschlossenen Augen der Sonnenscheibe zu und kehrte mir den Rücken, als wollte sie ihr Gesicht von der Sonne anstrahlen lassen. Dann sah ich sie allein hoch oben auf einem Felsvorsprung sitzen und die untergehende Sonne betrachten.]<<< -Sati

>>>[Ja, das deckt sich stark mit meinem Bild. Eine für mich eher ferne Göttin, die einen Schatten auf die anderen Löwinnen wirft und diese dadurch auch einen Teil von Tefnut in sich integrieren. Im positiven Sinne.]<<< -Chao

>>>[Ich bin zu einer Oase gekommen, einem Haus dort und einem Hausaltar und einem dazu gehörigen Krug. Mir kam eine Abessinerkatze in den Sinn und der Eindruck einer volksnahen Göttin, die in fast jedem Haus verehrt wird, assoziiert mit dem Schutz von Frauen, vor allem bei der Geburt, aber auch mit Tanz.]<<< -Bruji

>>>[Das trifft ziemlich genau den Bastet-Aspekt von Tefnut!]<<< -Chao

Auch Wosret ist eher Katze als Löwin, sie wird als bewaffnete Katze mit Messern oder auch als löwenköpfige Schlange dargestellt. Wosret ist eine weitere Schutzgöttin. Selbstverständlich beschützt sie den König, gilt aber auch als Schutzpatronin der Jugend. Ihr Name bedeutet „Die Starke“ und wird daher auch gern als Beiname für verschiedene andere Göttinnen in späterer Zeit verwendet.